Eine schwarzhumorige Komödie an einem heißen Sommertag.

Ein Grillnachmitag – goes horribly wrong
Eine schwarzhumorige Komödie an einem heißen Sommertag.
Ein Grillnachmittag fährt gegen die Wand.
Als Olivers ätzender Vorgesetzter Lars in ihre Grillparty platzt und laut seine populistischen Ansichten verbreitet, platzt Olivers Ehefrau Bianca der Kragen: Oliver soll diesen Lars herauswerfen, und zwar sofort…
Irgendwie geht alles schief.
Hintergrundinfos
„Der Spalter“ wurde von den Produzenten Lasse Scharpen und Lucas Schmidt der Berliner Filmproduktionsfirma Studio Zentral produziert. Scharpen hat sich durch interessante, mutige Produktionen wie „Deutscher“ und „Druck“ einen Namen als innovativer Produzent gemacht. Lucas Schmidt betreute viele Jahre lang Talentfilm- und Nachwuchsprojekte des kleinen Fernsehspiels beim ZDF.
Das Drehbuch schrieb der erfahrene Autor Stefan Rogall, der nicht nur Stammautor der erfolgreichen Serie Wilsberg ist, sondern auch zusammen mit Scharpen die für den deutschen Fernsehpreis nominierte Neo-Serie „Deutscher“ entwickelte.
Regie führte die Grimmepreisträgerin Susanna Salonen, die u.a. als Dokumentarfilmerin monatelang die Arktisexpedition auf dem Forschungsschiff Polarstern begleitete. Salonen realisiert mit dem Spalter ihr drittes fiktionales Projekt. Sie gewann zuvor für ihr Fiktion-Debut „Patong Girl“ 2016 den Grimme-Preis für Buch und Regie.
Die Dreharbeiten fanden im September 2021 in Berlin statt.
Der Film feierte 2022 Premiere beim Filmfest München in der Reihe „Neues deutsches Fernsehen“ und war nominiert für den Bernd Burgemeister Fernsehpreis.
Lars hetzt bewusst Leute gegeneinander auf und konfrontiert seine Mitmenschen somit mit ihren Schwachstellen. Er provoziert sie und versucht sie, aus der Reserve zu locken. Daraus entstehen Spannungen, an denen er sich ergötzt.
Auch ich bin sicher solchen Menschen schon mal über den Weg gelaufen. Grundsätzlich versuche ich aber zu diesen Typen größtmöglichen Abstand zu halten. Es hat großen Spaß gemacht, mit diesem großartigen Ensemble an Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten. Wir haben uns sehr gut ergänzt und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dieses besondere Projekt entstehen zu lassen.
Oliver ist von Existenzängsten geplagt – der drohende Verlust seines Jobs bestimmt sein ganzes Handeln…
Ich verstehe ihn. Beim Verlust des Arbeitsplatzes kann schnell das ganze Leben auf der Kippe stehen. Als ich als Schauspieler angefangen habe, gab es auch diese Ängste – man hangelt sich von Rolle zu Rolle und hat doch immer das Gefühl, zum letzten Mal gearbeitet zu haben. Aber damals war es vielmehr die Angst vor dem Ende der Karriere. Eine Existenz in diesem Sinne gab es ja noch nicht. Das kam später, mit Familie, Kindern, finanziellen Verpflichtungen. Da kann man in diesem Job schnell an diese Grenze kommen – und man kann nichts dagegen tun, weil man so abhängig von Entscheidungen Anderer ist. Wie man damit umgeht, steht allerdings auf einem anderen Blatt und hier bietet Oliver durchaus kreative Lösungen…
Bianca ist in einer kleinen Midlife Crisis. Die ist aber weniger Krise als einfach nur ein bisschen Selbstfindung. Sie findet, Arbeitszeit ist Lebenszeit, kündigt ihren Job, will sich neu orientieren, versucht sich mit ‚Kunst‘, räumt auf mit liegen gebliebenen Freundschaften und versucht diese neu zu beleben. Sie blickt durchaus positiv in die Zukunft. Sie weiß selbst dass sie ihr Leben nicht komplett neu erfinden kann. Es gibt eine Familie, die gewisse Strukturen vorgibt, aber in diesem Rahmen versucht sie für sich ein wenig Freiheit zu finden. Daher fällt es ihr auch schwer, Kompromisse einzugehen und die Klappe zu halten. Wenn Dinge gesagt werden müssen, müssen sie einfach raus aus ihr. Diese Ehrlichkeit kann ich zu gut verstehen. Wir sollten alle viel öfter den Mund aufmachen, anstatt uns wegzuducken. Der einfachere Weg sollte nicht der richtige sein.
Im Alltagsbrei monogamer Beziehung und nachbarschaftlicher Freundschaftsmodelle, scheint Dila mühelos Missstände herauszufischen. Doch die scheinbar angeborene Integrität trügt: Dila ist nicht glücklich und muss erkennen, dass auch sie eine Lüge lebt, die sie zwischen Bekämpfung von Vorurteilen und angeschaltetem Verteidigungsmodus, fast nicht bemerkt hätte….
In Simons Kopf möchte ich auch nicht Rad fahren…
Finn fühlt sich missverstanden, nicht gehört. Er versteht nicht, wie sich seine unmittelbare Umgebung der essentiellen Probleme dieser Welt entsagen kann. Daher bleibt ihm keine andere Wahl, als konsequent zu handeln.
Ich beneide Finn für seinen Kämpfergeist gegen die größte Katastrophe unserer Gesellschaft anzukämpfen. Ich kann ihn sehr gut verstehen. Ich weiß, wie es ist, gehört werden zu wollen. Wir unterscheiden uns nur in den Maßnahmen. Er greift zur Spraydose, ich drehe Filme.
„Ich dachte, der Film wäre lustiger …“ war eine der ersten Reaktionen auf unseren Film. Was zuerst nach einer harten Kritik klingt, wird der Geschichte doch gerecht. Der Film arbeitet zwar mit Elementen der klassischen Komödie und der Überhöhung. Gleichzeitig fühlt sich dieser Film aber wahnsinnig real an. Und das kann für viele Menschen schmerzhaft sein. Das Lachen sollte dem Publikum daher diverse Male im Halse stecken bleiben und durch Ungläubigkeit ersetzt werden. Denn das, was der Typ da auf dem Bildschirm sagt, ist nicht nur toxisch – es ist sexistisch, diskriminierend, rassistisch, schlicht verletzend. Aber es ist die Realität, die viele von uns leider jeden Tag und in zunehmender Radikalität erleben und durchleiden müssen. Unsere Gesellschaft ist ganz offensichtlich an einem Scheideweg. Und wohin die Reise geht, ist leider vollkommen ungewiss. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Die Spaltung unserer Gesellschaft schreitet auf allen Ebenen voran. Was abstrakt und meist schwer zu greifen ist, hebt dieser Film auf eine persönliche Ebene, in den engsten Kreis: Einen Grillabend irgendwo in der Mitte von Deutschland.
„Der Spalter“ ist quasi „Gott des Gemetzels“ in klein – und im Garten.
Erst das Fressen und dann die Moral – oder andersherum? Die Frage wird schnell zur Komödie. Die Welt ist kompliziert – richtig von falsch zu unterscheiden ist auf so vielen Ebenen eine Herausforderung, dass Scheitern eigentlich vorprogrammiert ist. Humor hilft, das zu verkraften. Und Kraft braucht man heutzutage…
Spannend finde ich die Parallele zwischen den „Fake-News“ in der Nachbarschaft und den obskuren News-Blogs im Internet, die ( …der Single) Lars schon zum Frühstück konsumiert.
Wir sind heute darauf angewiesen, dass die unendlich vielen Informationen, die auf uns einprasseln, kuratiert werden. Dass jemand, dem ich vertrauen kann, mir hilft, Fake von Wahrheit zu unterscheiden…
Sendetermin 23. November um 20.15 h im ZDF!
Einfach mal richtig gut! Unsere Premiere in München mit Cast und Crew… – ganz große klasse!
Axel Stein | Lars |
Marlene Morreis | Bianca |
Fabian Busch | Oliver |
Susana AbdulMajid | Dila |
Sebastian Schwarz | Simon |
Paul Sundheim | Finn |
… 23. November 20.15 !